Das Deutsch-Russische Rohstoff-Forum

Ein Dialog-Forum für Wissenschaft und Wirtschaft im Rohstoffbereich

Das Deutsch-Russische Rohstoff-Forum (DRRF) ist eine Dialogplattform zur Intensivierung der Rohstoffbeziehungen beider Länder. Es wurde im Jahr 2006 von der Technischen Universität Bergakademie Freiberg und dem St. Petersburger Staatlichen Bergbauinstitut, den ältesten Montanhochschulen der Welt, gegründet. Die vom Deutsch-Russischen Rohstoff-Forum im jährlichen Wechsel in Deutschland und Russland veranstaltete Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz sowie die unterjährigen Facharbeitsgruppen bringen Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft beider Länder zusammen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Zusammenarbeit bei Zukunftsthemen der Rohstoffwirtschaft und bei nachhaltigem Wirtschaften. Die jährlich wachsende Beteiligung, die Initiierung von Kooperationsprojekten mit den russischen Regionen und die wachsende Rolle als Plattform für den Austausch wissenschaftlicher Fachkräfte haben die Rohstoff-Konferenz inzwischen zum wichtigsten Dialogforum beider Länder in diesem Bereich werden lassen.

Nachwuchswissenschaftler auf der 9. Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz in Düsseldorf
Nachwuchswissenschaftler auf der 9. Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz in Düsseldorf

Deutschland und Russland: eine Rohstoff- und Technologiepartnerschaft

Die Industrienation Deutschland ist bei Energierohstoffen und metallischen Rohstoffen in hohem Maße importabhängig. Zwar sind Rohstoffe global gesehen in ausreichendem Maße verfügbar. Sie sind aber selektiv verteilt und nur begrenzt zugänglich. Als Hochtechnologiestandort ist Deutschland auf eine sichere Rohstoffversorgung angewiesen, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Neben der großen Bedeutung die das Land im Bereich der energetischen Rohstoffe inne hat, lagern in Russland rund 15 Prozent der erkundeten Vorkommen metallischer Rohstoffe der Erde. Auch im Bereich der Hightech-Metalle, wie Seltenen Erden und bei den für die Landwirtschaft so wichtigen Phosphaten hat Russland enorme Potenziale. Viele Rohstoffe liegen jedoch in unzugänglichen Regionen und können nur mit Hilfe modernster Technologien wirtschaftlich gefördert werden. Technologien die u.a. an den Montanhochschulen und von den Unternehmen in Deutschland entwickelt werden. Deutschland und Russland haben seit Jahrzehnten eine erfolgreiche und vertrauensvolle Partnerschaft im Bereich der Energiewirtschaft sowie eine jahrhundertealte Tradition der Zusammenarbeit in der Montanwissenschaft. Hierauf baut das Deutsch-Russische Rohstoff-Forum auf, um die vorhandenen gemeinsamen Potenziale im Interesse beider Länder noch besser zu nutzen und zu vertiefen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der wissenschaftlichen Zusammenarbeit bei wichtigen Herausforderungen der Rohstoffwirtschaft.

Zukunftsthemen der deutsch-russischen Rohstoff-Partnerschaft

Der Klimawandel, die Veränderungen im Rohstoffbedarf durch neue Technologien, insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien, sowie die notwendige Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft verlangen als globale Herausforderung gemeinsames Handeln. Die Pariser Klimaschutzziele können nur erreicht werden, wenn wir länderübergreifend an einer nachhaltigen Rohstoffwirtschaft arbeiten. Das Deutsch-Russische Rohstoff-Forum setzt sich dafür ein, die Rohstoffkooperation zwischen beiden Ländern stärker auf Nachhaltigkeit auszurichten. Die Erweiterung der bisherigen deutsch-russischen Beziehung durch eine Nachhaltigkeitspartnerschaft wäre ein wesentlicher Eckpfeiler, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Dazu gehören die Entwicklung erneuerbarer Energieträger sowie die teilweise Vergrünung der bestehenden Kohlenwasserstoffpartnerschaft.   Weitere Potenziale einer Nachhaltigkeitskooperation bestehen in einer stärkeren Kooperation bei Umwelttechnologien. Dies umfasst vor Allem die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette und einen verstärkten Erfahrungsaustusch zur Beseitigung von Bergbaufolgen. Eine verstärkte deutsch-russische Zusammenarbeit sollte darüber hinaus die Auswirkungen und Chancen der Digitalisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Rohstoffwirtschaft behandeln. Das digitale Zeitalter wird davon geprägt sein, dass es für die benötigten Rohstoffe für Zukunftstechnologien (auch für die Energiewende) weitaus weniger Anbieterstaaten geben wird, als heute im Bereich der Energierohstoffe. Russland hat durch seinen Rohstoffreichtum das Potenzial zur Diversifizierung beizutragen. Das Deutsch-Russische Rohstoff-Forum setzt sich für eine stärkere wissenschaftliche Zusammenarbeit im Bereich der Förderung, Aufbereitung und Wiedergewinnung von Hightech-Rohstoffen ein. Dabei werden insbesondere auch ökologische Aspekte in den Vordergrund gerückt.

Die genannten Themen werden innerhalb des Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums in fachlichen Arbeitsgruppen diskutiert.

Veränderungen durch intensiven Dialog und stärkere wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit mit Leben füllen

Eine Nachhaltigkeitspartnerschaft im Rohstoffbereich kann in erster Linie durch eine verstärkte technisch-wissenschaftliche Zusammenarbeit beider Nationen mit Leben befüllt werden. Dies sollte insbesondere mithilfe deutsch-russischer Forschungs- und Austauschprojekte zwischen Hochschulen und Unternehmen realisiert werden. Das Deutsch-Russische Rohstoff-Forum setzt sich daher insbesondere für den Austausch von Nachwuchswissenschaftlern ein. Dafür finden regelmäßig deutsch-russische Veranstaltungen für Nachwuchswissenschaftler statt, etwa das Nachwuchswissenschaftler-Kolloquium während der 11. Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz.

Daneben werden im Rahmen des Rohstoff-Forums verschiedene Preise an den wissenschaftlichen Nachwuchs verliehen:

Tagesausflug im Rahmen der 7. Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz