Deutsch-Russische Zusammenarbeit im Wasserstoffbereich: Vertreter aus
Wirtschaft, Wissenschaft und Politik streben Kooperationen an

Arbeitsgruppe Wasserstoff und neue Gase des Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums nimmt Arbeit auf: Deutsche Energie-Agentur unter den Teilnehmern aus Wirtschaft und Wissenschaft Deutschland und Russland – Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und russisches Energieministerium unterstützten bilateralen Austausch.

Leipzig/Berlin, 28. August 2020. Verschiedene namhafte Wirtschaftsunternehmen und wissenschaftliche Institutionen aus Deutschland und Russland beabsichtigen auf dem Gebiet der Wasserstoff-Technologie stärker zu kooperieren. Das ist das zentrale Ergebnis der ersten Tagung der Arbeitsgruppe „Wasserstoff und neue Gase“ des Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums (DRRF), die am Freitag, 28. August 2020, unter der Leitung der Deutschen Energie-Agentur (dena) stattfand. Ziel ist es, die bilaterale Zusammenarbeit beim Thema Wasserstoff auf wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Ebene zu intensivieren und bereits bestehende Aktivitäten und Kompetenzen zu vernetzen. Auch Mitglieder des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie Repräsentanten des russischen Energieministeriums nahmen an der Zusammenkunft teil, darunter auch der stellvertretende russische Energieminister Pawel Sorokin sowie Thorsten Herdan als Abteilungsleiter „Energiepolitik – Wärme und Effizienz“ im BMWi.

„Nach meiner festen Überzeugung besteht in einer gemeinsamen russisch-deutschen Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft eine große Chance für beide Länder, aber auch für Europa und weltweit“, sagte Klaus Töpfer als Schirmherr des Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums. „Deutschland war, ist und bleibt auf Energieimporte angewiesen, und Wasserstoff wird dabei eine zentrale Rolle für die Energie- und Klimapolitik zukommen. Russland verfügt über ein enormes Potenzial im Wasserstoffbereich und das Land hat große Erfahrung mit der Produktion und Nutzung von Wasserstoff. Beide Länder verbindet eine traditionsreiche Energiepartnerschaft. Umso wichtiger ist es, das bestehende Vertrauen im Sinne der wissenschaftsbasierten Entwicklung einer internationalen Wasserstoffwirtschaft zu nutzen. Gemeinsam mit Russland sind wir davon überzeugt, dass noch außerordentlich wichtige Fragen einer technischen Lösung bedürfen.“

„Wir befürworten den Aufbau einer solchen Arbeitsgruppe mit deutschen und russischen Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft sehr. Es ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen sich nicht nur auf die Politik verlassen, sondern das Heft des Handels selbst in die Hand nehmen“, sagte Thorsten Herdan. „Insbesondere um den Energieträger Wasserstoff zielgerichtet voranzubringen, braucht es diese Impulse und internationale Kooperationen.“

12. Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz, Prof. Dr. Klaus Töpfer Bundesminister a.D.
Prof. Dr. Klaus Töpfer, Bundesminister a.D. und deutscher Schirmherr des Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums (Copyright: Deutsch-Russisches Rohstoff-Forum)
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Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) (Copyright: dena/Christian Schlüter)

Ziel der Arbeitsgruppe ist es, eine engere Verzahnung des deutsch-russischen Energiedialogs zu schaffen und gemeinsame Ansätze für den Aufbau einer gemeinsamen Wasserstoffwirtschaft zu eruieren. Gemeinsam möchten beide Seiten eine Strategie erarbeiten, die die Behandlung verschiedener Fragestellungen zum Thema Wasserstoff als Energieträger behandelt und perspektivisch konkrete bilaterale Projektansätze herausstellt. Im Rahmen der Videokonferenz drehte sich der gemeinsame Austausch unter den rund 40 Teilnehmern beispielsweise um die verschiedenen Herstellungsmöglichkeiten von Wasserstoff unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Technologien oder um den Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur mit Fokus auf den Transport und die Speicherung von Wasserstoff. Auch der Aufbau von beiderseitigen Wasserstoff-Handelsbeziehungen wurde thematisiert.

„Mit diesem Auftakt können wir überaus zufrieden sein, denn auch wenn es punktuell verschiedene Meinungen gibt, so hat sich im Rahmen eines sehr lebhaften und konstruktiven Austauschs einmal mehr gezeigt, dass beiden Seiten die forschungsbasierte Entwicklung einer Wasserstoffwirtschaft sehr wichtig ist. Insofern gilt es, die gute Ausgangsposition zu nutzen, den Austausch zu intensivieren und eine gemeinsame Strategie zu erarbeiten. Wir wollen das Verständnis für die verschiedenen Vorstellungen weiter schärfen und bestenfalls Kooperations- und Projektmöglichkeiten generieren“, sagte Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. Er unterstrich die Bedeutung der Tätigkeit der Arbeitsgruppe. „Der jüngste energiepolitische Diskurs hat gezeigt, dass internationale Märkte für Wasserstoff und synthetische Energieträger benötigt werden, um die Energiewende erfolgreich zu meistern. Insofern sollten wir unsere starke Energiepartnerschaft mit Russland auch hinsichtlich des Themas Wasserstoff intensivieren.“

Im nächsten Schritt sollen noch in diesem Jahr gemeinsame Workshops organisiert werden, bevor am 1. Dezember dieses Jahres die Deutsch-Russische Wasserstofftagung stattfindet.

Kontakt

André Hoffmann
Deutsch-Russisches Rohstoff-Forum

Tel. +49 341 4432106