Vertiefende deutsch-russische Zusammenarbeit im Wasserstoff-Bereich angestrebt: 12. Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz endet mit positivem Fazit

Zum Abschluss der 12. Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz in St. Petersburg wurde die Absicht betont, die deutsch-russische Zusammenarbeit im Wasserstoff-Bereich zwischen Wissenschafts- und Wirtschaftsinstitutionen beider Länder zu vertiefen. Zudem wurde bekannt gegeben, dass die 13. Ausgabe der Konferenz im kommenden Jahr in Sachsen stattfindet – die Einladung des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer steht. Zum Ende der diesjährigen Konferenz zogen Teilnehmer und Organisatoren ein sehr positives Fazit.

St. Petersburg, 29. November 2019. Spannende Vorträge, bewegende Worte führender Politiker, wichtige Impulse für die deutsch-russischen Beziehungen: Die 12. Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz in St. Petersburg/Russland wurde am Freitag, 29. November 2019, mit einem rundum positiven Fazit durch die zahlreichen Teilnehmer beendet – sowohl von den teils hochrangigen Gäste als auch den Organisatoren. Zum Abschluss des dreitägigen Zusammentreffens, an dem vom 27. bis 29. November 2019 hunderte Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft teilgenommen haben, wurde die Absicht bekräftigt, künftig stärker im Bereich der Forschung und Entwicklung von Wasserstoff und Grünen Gasen zusammenzuarbeiten. Unter der Leitung der Deutschen Energie-Agentur (dena) sollen aufseiten des Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums unterjährige Treffen mit Teilnehmern aus Wirtschaft und Wissenschaft stattfinden, um die Chancen und Herausforderungen von Wasserstoff für die Energiewertschöpfungskette im Zuge der Energiewende zu eruieren und deutsch-russische Kooperationspotenziale zu erörtern.

Darüber hinaus wurde bekanntgegeben, dass die 13. Rohstoff-Konferenz 2020 in Sachsen stattfinden wird. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, der aufgrund aktueller Koalitionsverhandlungen in seinem Bundesland kurzfristig seine Teilnahme absagen musste, ließ die Einladung durch seinen Vorgänger Stanislaw Tillich überbringen.

„Ich freue mich, die Teilnehmer der 13. Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz im Namen des sächsischen Ministerpräsidenten nach Sachsen einladen zu dürfen. Wir sind davon überzeugt, dass Sachsen eine ebenso produktive Konferenz austragen wird und wir damit dazu beitragen können, das deutsch-russische Verhältnis ein Stück weiter zu normalisieren“, sagte Tillich. Das Datum und der genaue Ort der Veranstaltung sind noch offen.

Nach Beendigung der diesjährigen Ausgabe zogen sowohl die teils hochrangigen Gäste als auch die Organisatoren ein sehr positives Fazit. So sagte der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer, der als Schirmherr des Rohstoff-Forums fungiert: „Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass wir mit der Konferenz über ein Instrument verfügen, dass den konstruktiven Dialog auf politischer, wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Ebene immens fördert, wobei auch strittige Themen erörtert werden. Die zahlreichen Diskussionen und Vorträge waren sehr fruchtbar und es wurden zahlreiche Kooperationsansätze gefunden.“

Im Ergebnis des Aufeinandertreffens wurde eine Abschlusserklärung veröffentlicht, die den Ausbau der Nachhaltigkeitskooperation im Rahmen des Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums zum Inhalt hat und das Ziel verfolgt, eine vertiefende deutsch-russische Zusammenarbeit wirtschaftlicher, politischer und wissenschaftlicher Institutionen im Bereich der Kreislaufwirtschaft, beim Umweltschutz im Bergbau, der Digitalisierung im Rohstoffsektor und beim Thema der Rekultivierung von Bergbaugebieten zu befördern.

So verwies Bundesentwicklungsminister Gerd Müller darauf, dass Deutschland und Russland als gemeinsame Partner eine Vorreiterrolle in punkto Nachhaltigkeit einnehmen sollten. „Die Überlebensfrage der Menschheit lösen wir nur gemeinsam. Die Welt braucht Russland, um die Umwelt- und Klimarisiken im Bergbau und in der Weiterverarbeitung von Rohstoffen zu minimieren. Lasst uns eine gesamteuropäische Zusammenarbeit vertiefen, wobei Russland und Deutschland gemeinsam der Motor beim Umweltschutz und Ressourcenschutz sein können“, sagte Müller.

Beispielhaft nannte er die gemeinsame Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft. „Deutschland hat großes Interesse am Aufbau einer Kooperation“, so Müller. Große Bedeutung maß er der Notwendigkeit zur beiderseitigen Zusammenarbeit bei: „Lassen Sie unsere Beziehungen stärken, indem wir über Klimaschutz zueinander finden. Es geht um die Vermeidung von Treibhausgasemissionen, die Reduzierung der Belastungen von Wasser und Böden sowie um die Bewahrung von Naturgebieten.“

Auch Russlands stellvertretender Premierminister Alexey Gordejev betonte, dass Russland mit seinem Beitritt zum Pariser Klimaabkommen und mit neuen Gesetzen den Umweltschutz betreffend wichtige Impulse gesetzt habe: „Die Umsetzung der Pariser Klimaziele und der Aufbau nachhaltiger Wertschöpfungsketten sind Herausforderungen, die nur durch internationale Kooperationen bewältigt werden können“, sagte er und verwies darauf, dass es konkrete Ansätze der deutsch-russischen Zusammenarbeit gäbe, beispielsweise beim Thema Wasserstoff oder beim Aufbau einer Abfall- und Kreislaufwirtschaft nach deutschem Vorbild.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff zog ebenfalls ein positives Fazit: „Es ist wichtig, dass wir in Deutschland auch weiterhin eine sichere Energieversorgung haben. Das wurde bei der Konferenz verdeutlicht. Zudem haben wir viele neue Aufgabenfelder in der Energiepolitik benannt, beispielsweise beim Thema Erneuerbare Energien oder im Bereich der Abfallwirtschaft. Es gibt also viele verschiedene Betätigungsfelder für gemeinsame Joint Ventures, und hierzu soll nun ein vertiefender Austausch erfolgen.“

Großes Interesse erzeugte die Konferenz auch unter den zahlreich anwesenden Nachwuchswissenschaftlern: Am ersten Konferenztag kamen über 600 Studierende und Promovierende verschiedener Hochschulen aus Deutschland und Russland zusammen, um sich gemeinsam über komplexe Fragestellungen aus der Praxis auszutauschen. Im Rahmen des erstmals ganztägig ausgetragenen Nachwuchswissenschaftler-Treffens wurden wesentliche energietechnische Zukunftsthemen behandelt und relevante Forschungsfelder vorgestellt.

Die wissenschaftliche Begleitung der 2007 ins Leben gerufenen Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz erfolgt durch die Technische Universität Bergakademie Freiberg und die Staatliche Bergbau-Universität St. Petersburg. Die zwei ältesten Montanhochschulen der Welt sind Initiatoren des Deutsch-Russische Rohstoff-Forums.

Kontakt

André Hoffmann
Deutsch-Russisches Rohstoff-Forum

Tel. +49 341 4432106