Arbeitsgruppe Wasserstoff und Neue Gase diskutiert den Einsatz von Wasserstoff in der Metallurgie

Innerhalb des Fachworkshops der AG Wasserstoff zum Einsatz von Wasserstoff in der Stahlproduktion am 29.September 2021 wurde deutlich, dass Russland und Deutschland eine mittel- und langfristige Perspektive für Klimaschutz teilen und ihre Bestrebungen zur CO2-Reduktion in der Stahlindustrie in Strategien und erste Pilotprojekte übersetzt haben. Die Stahlindustrie kann einen überdurchschnittlich hohen Beitrag zur CO2-Reduktion der Industrie in beiden Ländern leisten. Dabei ist der Einsatz von Wasserstoff für die Unternehmen aus beiden Ländern ein Kernelement.

Wasserstoff kann eine Schlüsselrolle für die Zukunft der Metallurgie spielen. Er könnte für Anwendungen in der Stahlveredelung und -weiterverarbeitung, aber auch in der Produktion und Weiterverarbeitung von Nichteisenmetallen eingesetzt werden. Gegenwärtig liegt der Schwerpunkt auf seinem Einsatz in der Stahlerzeugung. Hier könnten mehrere technologische Wege den Einsatz von Wasserstoff ermöglichen. Russische Akteure wie Severstal haben großes Interesse an diesem Thema bekundet. Zudem sei hier das Potenzial für eine Zusammenarbeit groß, sowohl beim Einsatz von Technologien als auch beim Handel mit grünen Stahlprodukten. Im vergangenen Jahr importierte die EU Stahl im Wert von rund 4 Mrd. € aus Russland, was 4 % der Einfuhren entspricht. Mit dem geplanten EU-Kohlenstoffgrenzausgleichsmechanismus könnte ein allgemeiner Rahmen geschaffen werden, um den Einsatz emissionsarmer Technologien in der Metallurgie auch in Russland weiter zu beschleunigen.

Das Ziel des Workshops war ein Erfahrungsaustausch zwischen Vertretern der Eisen- und Stahlerzeugung sowie Wissenschaftlern aus Deutschland und Russland. Im Workshop wurden der Stand der Technik untersucht und Forschungslücken ermittelt. Darüber hinaus wurden die Auswirkungen des H2 Einsatzes auf die Kommerzialisierung und das Potenzial innerhalb der bestehenden deutsch-russischen metallurgischen Wertschöpfungsketten aufgezeigt.

Im Rahmen des Workshops wurde auch über Wasserstoff in der Eisenerzgewinnung und -veredelung in Russland referiert sowie über Regulierungsansätze vor dem Hintergrund der Dekarbonisierung der Stahlindustrie in Deutschland diskutiert. Das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) stellte seine Strategie für eine CO2-neutrale Stahlindustrie vor. Zudem wurden die Auswirkungen auf metallurgische Wertschöpfungsketten besprochen. Hierfür wurden Erfahrungen aus dem deutschen Projekt „Carbon2Chem“ ausgetauscht sowie über potenzielle Lieferungen von blauem Ammoniak und Wasserstoff aus dem Yamal Blue Ammonia Projekt an die metallurgische Industrie Russlands diskutiert.