Szenarien zur Transformation der Energiesysteme

Im Rahmen der 13. Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz fand im April 2021 innerhalb der AG Wasserstoff und Neue Gase ein Workshop zur Diskussion von Szenarien zur Transformation der Energiesysteme statt. Ziel des Workshops war es, die Determinanten der zukünftigen Entwicklung von Wasserstoff im deutsch-russischen Kontext zu analysieren. Er bot zudem den Rahmen, die zukünftige Nachfrage nach Wasserstoff sowie mögliche Versorgungsmuster zu verstehen, die durch die allgemeine Entwicklung der Transformation des Energiesystems in Deutschland, Russland, Europa und der Welt in den kommenden Jahrzehnten bestimmt werden. Aufgrund des verstärkten Fokus auf Klimaneutralität modellieren diese Szenarien Entwicklungspfade für die Klimaneutralität im Jahr 2050.

In einem Vortrag von Fedor V. Veselov, Stellv. Direktor für Wissenschaft (ERI RAS), wurden Angebot und Nachfrage nach Wasserstoff bis 2050 analysiert und mögliche Perspektiven für Russland und Deutschland eröffnet. Welche Rolle Wasserstoff in deutschen Energiesystemmodellen auf dem Weg zur Klimaneutralität spielen kann, stellte Tobias Sprenger (Universität zu Köln) in seinem Vortrag dar.

Im Anschluss daran wurde mit den Mitgliedern der Arbeitsgruppe darüber diskutiert, worin die wichtigsten Treiber und Unsicherheiten im Energiebedarfsverhalten bestehen. Für die Vision einer Roadmap wurde folgende Leitfrage gestellt: Was sind die relevanten Schritte in den nächsten Jahren, um einen Markthochlauf sicherzustellen? In diesem Zusammenhang wurde darüber diskutiert, wie die Entwicklung der Energiesysteme im Rahmen des deutsch-russischen Energiedialogs vorangetrieben werden könne.

Alexander Kättlitz (ENTSO-G) ordnete außerdem Wasserstoff in den europäischen Kontext ein, indem er über Wasserstoffnachfrage und -angebot in einem CO2-neutralen europäischen Energiesystem referierte. Vor dem Hintergrund, dass der Green Deal der EU ehrgeizige klimapolitische Ziele und Regulierungen setzt und somit erhebliche Maßnahmen zur Reduzierung der THG-Emissionen erfordert, waren in der anschließenden Diskussion zentrale Leitfragen, wie sich Unternehmen auf diese Ziele einstellen und ihre Geschäftsmodelle und -prozesse verändern können. Eine weitere wichtige Frage, über die diskutiert wurde, war welche Rolle die eurasische Infrastruktur in einem zukünftigen europäischen Energiesystem spielen kann und welche Anreize es braucht, um die erforderliche Infrastruktur zu entwickeln, um größere Mengen an Wasserstoff zu integrieren. Teil der Diskussion war außerdem die Frage, welche Rolle die deutsch-russische Zusammenarbeit im Hinblick auf die breitere europäische Perspektive und andere potenzielle Lieferanten von importierter Energie in einem emissionsfreien Energiesystem haben könne. Im Anschluss an die Diskussion folgten Impulse aus den Ministerien zum Maßnahmenpaket der Russischen Föderation und den deutschen Aktivitäten im Bereich Wasserstoff. Abschließend folgte eine moderierte Diskussion zur Identifizierung der Rolle von Wasserstoff und neuen Gasen in Energieszenarien.