Fachworkshop zum Thema „Tauende Permafrostböden“

Am 03. Dezember 2021 veranstaltete das DRRF im Rahmen der Arbeitsgruppe „Deutsch-Russische Zusammenarbeit in der Klima- und Nachhaltigkeitsforschung“ einen interdisziplinären Workshop zum Thema tauende Permafrostböden. Diskutiert wurden die Auswirkungen des Phänomens auf das Klima sowie die Rückkopplungsprozesse des tauenden Permafrosts mit der Erderwärmung. Auch die Auswirkungen auf Lebensbedingungen und sozioökonomische Folgen wurden thematisiert.

Die Agenda der Veranstaltung umfasste die folgenden Themenbereiche:

  • Der Zustand des Permafrostes in Russland und die Probleme der geokryologischen Überwachung
    Anatolij Brouchkov, Leiter der Abteilung für Geokryologie, Staatliche Lomonossow-Universität Moskau
  • Rückkopplungen auftauender Permafrostböden mit Kohlenstoffkreislauf und Klima
    Guido Grosse, Leiter der Sektion Permafrostforschung, Alfred-Wegener-Institut (AWI)
  • Bewertung der Auswirkungen von Methanemissionen aus schmelzendem Permafrost auf das globale Klima
    Oleg Anisimow, Leiter der Forschungsabteilung für Klimawandel, Staatliches Hydrologisches Institut
  • Kryogene Prozesse als Indikatoren für den globalen Klimawandel am Beispiel Jakutiens
    Alexander N. Fedorov, Vize-Direktor für Wissenschaft, Leitender Wissenschaftler, Labor für Permafrostlandschaften, Melnikov Permafrost Institut Jakutsk
  • Die Folgen des auftauenden Permafrosts – unterschätzte Risiken für Infrastruktur, Industrie und Umwelt
    Moritz Langer, BMBF PermaRisk Projekt, Leiter der Arbeitsgruppe Permafrost-Modellierung, Sektion Permafrostforschung, Alfred-Wegener-Institut (AWI)
  • Explosive Entgasung der Erde in der Arktis in Yamal
    Vasily Bogoyavlensky, korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften, stellvertretender Direktor des Instituts für Öl- und Gasprobleme der Russischen Akademie der Wissenschaften (IPNG RAS) für Wissenschaft
  • Permafrost und mobile Tierhaltung in Eurasien
    Mathias Ulrich, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für Geographie, Universität Leipzig

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops sprachen sich dafür aus, ein internationales Netzwerk zu schaffen, um Forschungslücken in den Bereichen zu schließen, in denen aktuell nur wenige Messungen vorgenommen werden. Außerdem wurde angeregt, Lücken im Verständnis verschiedener Prozesse zu schließen, die aktuell noch nicht vollständig erschlossen sind. Konkret wurde vorgeschlagen das Monitoring auszuweiten und globale technische Protokolle aufzustellen.

In Bezug auf die weitere Arbeit der Arbeitsgruppe haben viele Teilnehmer die Bereitschaft geäußert auch künftig einen vertieften deutsch-russischen wissenschaftlichen Dialog im Rahmen der AG führen zu wollen. Wissenschaftliche Erkenntnisse sollen dabei geteilt und Lösungsstrategien gemeinsam entwickelt werden.

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