Virtuelle Auftaktsitzung der AG Wasserstoff und Neue Gase

Am 23. November 2020 fand im virtuellen Format die erste Sitzung der Arbeitsgruppe „Wasserstoff und Neue Gase“  mit ca. 100 Teilnehmern aus Deutschland und Russland statt. Das Treffen war der Vorstellung der gegenseitigen Themen der AG-Mitglieder und der Festlegung eines gemeinsamen Arbeitsplans für 2021 gewidmet.

Im ersten Teil der Sitzung hat der stellvertretende Energieminister der Russischen Föderation Pawel Sorokin die wesentlichen Punkte der russischen Roadmap zur Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft vorgestellt. Einer der Schwerpunkte soll die Entwicklung der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit mit internationalen Partnern sein. Dazu hat er vorgeschlagen, ein MoU über die Zusammenarbeit im H2-Bereich zu unterzeichnen, eine gemeinsame deutsch-russische Roadmap zur Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft auszuarbeiten sowie gemeinsame Pilotprojekte und Studien zu entwickeln. Herr Sorokin sieht Deutschland als einen wichtigen Partner, mit dem die Zusammenarbeitet im Bereich Wasserstoff intensiviert werden soll.

Seitens des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie hat Herr Thorsten Herdan, Leiter der Abteilung „Energiepolitik – Wärme und Effizienz“, die Pläne der Bundesregierung hinsichtlich der Wasserstoffwirtschaft vorgestellt und die Bedeutung der Rolle Russlands als verlässlichem Energiepartner hervorgehoben. Beim Ausbau der Wasserstoffwirtschaft könnte Russland ebenfalls eine wichtige Rolle einnehmen. Dabei sei es notwendig die Zusammenarbeit bei  Fragen wie H2-Standards, Handel, Technologietransfer sowie Infrastruktur zu intensivieren.

Nach der Vorstellung der gegenseitigen Interessenlage im Bereich Wasserstoff wurden folgende Themen für 2021 von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe festgelegt:

  1. Produktion: Rolle der verschiedenen Technologien zur Herstellung von Wasserstoff (Elektrolyse, Dampfreformierung mit CCS/CCU, Pyrolyse, usw.), Wirkungsgrade und Technologiekosten für verschiedene Herstellungsarten von Wasserstoff
  2. Transport und Speicher: technische Herausforderungen und Optionen beim Transport von Wasserstoff über lange Strecken (u.a. Transport als Beimischung zu Erdgas in bestehenden Erdgaspipelines, reine Wasserstoffpipelines, H2-Tanker, H2-Behälter)
  3. Endverbrauch: Entwicklung von bestehenden und neuen Einsatzfeldern für Wasserstoff und neue Gase, z.B. im öffentlichen Verkehr sowie in der Stahlindustrie. Sicherung der Qualität der verwendeten Gase, Wirtschaftlichkeit der verschiedenen Arten von Wasserstoff oder neuen Gasen und wie Skaleneffekte realisiert werden könnten.
  4. Gesamtsystem: Rolle von H2 und weiterer synthetischer Energieträger in langfristigen Energieszenarien. Einordnung verschiedener Systemkonzepte, z.B. dezentrale Wasserstoff-Produktion näher am Verbrauchsort oder zentralisierte Produktion und Transport von Wasserstoff, Relevanz von Konzepten zur Kohlenstoffwiederverwendung (z.B. Carbon2Chem), Zusammenhang zwischen dem europäischen Ansatz zur Suche nach klimaneutraleren Lösungen im Vergleich zu eher kostenbasierten Ansätzen in einigen Ländern, und wie der Wasserstoff in diesen Kontext passt.