AG Rekultivierung, Umweltschutz und Beste Verfügbare Techniken (BVT) im Bergbau

(in Kooperation mit der GIZ)

Die AG befasst sich mit der Herausforderung von Rekultivierungsmaßnahmen in Russland und Deutschland, insbesondere vor dem Hintergrund gestiegener russischer Anstrengungen in diesem Bereich und der vorhandenen Kompetenz in Deutschland (v.a. Freistaat Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg). Daneben bringt die AG bei der bis 2019 gesetzlich vorgeschriebenen Einführung von BVT (beste verfügbare Technologien) im Umweltbereich in Russland die deutsche Perspektive ein.

AG-Leitung
Prof. Dr. Carsten Drebenstedt, Technische Universität Bergakademie Freiberg

MIBRAG mbH / © Rainer Weisflog

Am 24. und 25. September 2019 sind russische und deutsche Teilnehmer der AG Rekultivierung in Leipzig zu einem Arbeitstreffen zusammenkommen. Das Programm bestand aus Rundtischgesprächen zu diversen Themenstellungen sowie aus einigen Exkursionen. Besucht wurde unter anderem der Tagebau Schleenhain als ein Beispiel für eine aktive Rekultivierungsmaßnahmen. Ein ausführlicher Bericht folgt in Kürze.

Arbeitstreffen der AG

Rekultivierung ein immer wichtiger werdendes Thema in Russland

Die 26. Internationale Fachmesse für Bergbautechnologien „Ugol Rossii & Mining“ vom 4. bis 7. Juni 2019 im russischen Nowokusnezk (knapp 600.000 Einwohner) bot den Rahmen für Fachgespräche zu zwei wichtigen Themengebieten auf dem Sektor der Rohstoffwirtschaft. Im Rahmen von Arbeitsgruppen und Podiumssitzungen standen die Themen „Rekultivierung, Ökologie und Beste Verfügbare Techniken im Bergbau“ und „Digitalisierung der Rohstoffindustrie“ im Fokus. Sowohl die Digitalisierung als auch die Rekultivierung werden in der Branche als wichtige Zukunftsthemen gesehen – geht es doch auch und gerade in Russland darum, die negativen Folgen des Bergbaus für Mensch und Umwelt durch Innovationen spürbar zu reduzieren. Umso mehr sollte es nun um mögliche Kooperationen gehen.

„Auf beiden Themengebieten besteht auf deutscher Seite eine immense Expertise, von der man in Russland profitieren kann – und möchte“, sagte Prof. Dr. Marian Paschke, Mitglied des Lenkungskreises des Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums und Leiter der AG Digitalisierung. „Es geht darum, ins Gespräch zu kommen und sich regelmäßig auszutauschen, sodass perspektivisch aus den Überlegungen realistische Ansätze entstehen und es im Rahmen von Projekten zu beiderseitigen Kooperationen kommt.“

Ob Landstriche in Nordrhein-Westfalen, Sachsen oder Brandenburg – die Reihe deutscher Regionen, in denen sich frühere Berg- und Tagebaustätten in attraktive, kulturell genutzte Landschaften verwandelt haben, ist lang. Umso wertvoller sind die Erfahrungen und die gewonnene Expertise für vergleichbare Regionen in Russland, wo es zunehmend Bestrebungen gibt, vormalige Bergbaugebiete mithilfe von Rekultivierungsmaßnahmen wieder gesellschaftsfähig zu machen und die Biodiversität zu erhöhen. Zumal es in dem riesigen Land unzählige Flächen gibt, die derzeit nicht mehr nutzbar sind. Vor dem Hintergrund, dass russische Bergbaubetriebe seit Beginn des Jahres zudem eine integrierte Umweltgenehmigung auf Basis der „besten verfügbaren Techniken“ beantragen müssen und die Verordnung zahlreiche Nachrüstungsmaßnahmen – darunter auch im Bereich der Rekultivierung (Sanierung) – von Bergwerks- und Steinbruchbetreibern verlangt, ist die Expertise deutscher Unternehmen und der Wissenschaft umso mehr gefragt. Aus diesem Grund kam es auf Initiative des Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums bereits 2017 zur Gründung einer Arbeitsgruppe mit dem Fokus auf die Rekultivierung von Bergbaufolgen.

Das Zusammenkommen am 5.Juni 2019 in Nowokusnezk war bereits das dritte seiner Art innerhalb eines halben Jahres, nachdem es bereits im Rahmen der Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz im November 2018 in Potsdam sowie bei der im April 2019 stattgefundenen Messe „World Mining Russia“ in Moskau organisierte Möglichkeiten zum Austausch gab. „In Deutschland existiert eine fast 30-jährige Erfahrung in der Bergbausanierung, weswegen wir weltweit nachgefragtes Know-how besitzen“, sagte Arbeitsgruppenleiter Prof. Dr. Carsten Drebenstedt, Professor für Berg- und Tagebau an der Technischen Universität Freiberg. „Der Umgang mit Themen wie Abfallbehandlung und Rekultivierung ändert sich derzeit in Russland, weswegen es auch vonseiten der Regierung verschiedene Maßnahmen gibt. Das Ziel unserer Arbeitsgruppe besteht deshalb darin, möglichst konkrete gemeinsame Projekte anzuschieben und die russische Seite von der deutschen Expertise profitieren zu lassen. Dazu benötigt es natürlich zuallererst Vertrauen. Nichtsdestotrotz wollen wir zügig vorankommen.“

Im Kreis des Runden Tisches in Nowokusnezk, der von Drebenstedt moderiert wurde, widmeten sich die Vertreter beider Nationen aktuellen Fragen der Bergbauindustrie und der Sanierung von Minen, Steinbrüchen und Deponien. Es wurden Best-Practice-Beispiele zur Halden- und Abfallbewirtschaftung gezeigt und Möglichkeiten sowie damit einhergehende Herausforderungen in der Rekultivierung von bergbaugeschädigten Landschaften diskutiert. „Im nächsten Schwerpunkt planen wir, uns mit der Wiederherstellung von Waldflächen in Bergbaugebieten und der Finanzierung von Rekultivierungsmaßnahmen zu beschäftigen werden, da uns von russischer Seite ein erheblicher Bedarf signalisiert wurde“, so Drebenstedt.

Der Austausch soll nun im September bei einem gemeinsamen Treffen in Leipzig sowie anschließend bei der Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz am 28./29. November in St. Petersburg fortgesetzt werden.

Am 25. April 2019 diskutierte die AG unter der Themenstellung „Nachhaltige Entwicklung der Bergbauindustrie und Einführung der besten verfügbaren Techniken (BVT) – Herausforderungen und Best Practice“ auf einer Paneldiskussion im Rahmen der MiningWorld Russia. Diese wurde von dem Deutsch-Russischen Rohstoffforum in Kooperation mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) organisiert.

Im November 2018 griff die AG diese Themen bei einer Rund-Tisch Diskussion im Rahmen der 11. Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz auf. Die konkrete Planung wie wirtschaftliche Durchführung von Rekultivierung wurde ebenfalls in Augenschein genommen.

Einen Beitrag zu der Rund-Tisch Diskussion finden Sie hier:

Im April 2018 fand in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Moskau das erste Treffen der Arbeitsgruppe statt. Als Ergebnis einer offenen Diskussion hat sich die AG darauf verständigt, das Thema Technologien zur Wasserbehandlung und Wasserreinigung im Bergbau vertieft zu behandeln. Zudem wird sich die AG auf die Kooperation bei Monitoring-Systemen und Besten Verfügbaren Techniken (BVT) im Bergbau konzentrieren.