9. Rohstoff-Konferenz 2016 in Düsseldorf

Rohstoffwirtschaft in Verantwortung für Klima und Umwelt

Die 9. Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz fand vom 23. Bis 25. November 2016 in Düsseldorf statt. Unter dem Titel „Rohstoffwirtschaft in Verantwortung für Klima und Umwelt“ unterstrich das Deutsch-Russische Rohstoff-Forum (DRRF) die Verantwortung der Branche im Licht des erfolgreichen Klimaabkommens von Paris und den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen.

Deutsche und russische Meinungsführer setzen Zeichen für Dialog und Zusammenarbeit im Rohstoffbereich

Vom 23. bis 25. November 2016 versammelten sich deutsche und russische Experten der Energie- und Rohstoffwirtschaft, um über die Verantwortung der Branche für Klima und Umwelt zu diskutieren und die Möglichkeiten verstärkter Kooperation zwischen beiden Ländern in diesem Bereich zu erörtern. Insgesamt tauschten sich fast 500 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu den Zukunftsthemen der Rohstoffwirtschaft aus. Es ist bereits die neunte Konferenz, die vom Deutsch-Russischen Rohstoff-Forum organisiert wird. Sie hat sich in den letzten Jahren zu einer wichtigen Dialogplattform zwischen russischen und deutschen Meinungsführern entwickelt.

Hochrangige Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft

Zu den wichtigsten Referenten zählten neben Sigmar GabrielDr. Edmund StoiberProf. Dr. Klaus Töpfer und Arkadi Dworkowitsch, auch Prof. Wladimir Litvinenko, Rektor der Nationalen Universität für mineralische Ressourcen St. Petersburg; Anatoli Yanowski, stellvertretender Energieminister der Russischen Föderation; Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes NRW; Thomas Geisel, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf; Ronald Pofalla, Vorsitzender des Petersburger Dialog e.V. und Ulf Heitmüller, Vorstandsvorsitzender der VNG – Verbundnetz Gas AG.

Abwechslungsreiches Rahmenprogramm und feierlicher Eröffnungsabend

Das Rahmenbegleitprogramm der Konferenz begann bereits am Mittwoch, dem 23. November 2016 mit drei Unternehmensbesichtigungen, die für alle Teilnehmenden offenstanden. Neben einem Besuch des Abfall-Recycling Zentrums der REMONDIS SE in Lünen, und des Tiefbohr- und Geothermie-Zentrums Bochum wurde eine Besichtigung des Braunkohletagebaus Garzweiler der RWE Power AG angeboten. Die Veranstaltungen stießen auf reges Interesse und waren ein gelungener Denkanstoß für den Begrüßungsabend in der Rheingoldhalle. Dr. Edmund Stoiber, Ministerpräsident a.D., Wladimir Grinin, Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland, Marina Kovtun, Gouverneurin des Gebietes Murmansk und Prof. Dr. Valerij Jasew, Präsident des Verbandes der Montanindustriellen der Russischen Föderation eröffneten den Abend mit ihren jeweiligen Grußwörtern.  In einer angehnehmen Atmosphäre, geschaffen durch die Klänge des Trios Rachmaninow, wurde der Preis der Saarländischen Stahlindustrie an drei Nachwuchswissenschaftler auf dem Gebiet der Rohstoffwirtschaft von Hans-Joachim Welsch, Geschäftsführer der Rogesa Roheisengesellschaft mbH verliehen.

Plenartagungen mit prominenten Teilnehmern

Eröffnet wurde die Konferenz unter anderem vom Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, Thomas Geisel. Die Reden des stellvertretenden Ministerpräsidenten Arkadij Dworkowitsch und des Bundesministers Sigmar Gabriel unterstrichen die essenzielle Bedeutung der deutsch-russischen Beziehungen. So betonte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel: „Deutschland und Russland sind – unter sehr unterschiedlichen politischen Bedingungen – seit den 1970er Jahren energiepolitisch enge Partner. Ich halte es für wichtig, dass – nicht nur, aber auch die Rohstoffbeziehungen – unter den derzeit eher schwierigen Rahmenbedingungen fortgesetzt werden. Russland ist ein wichtiger Rohstofflieferant und viele der Rohstoffe spielen eine wichtige Rolle für unsere Zukunftstechnologien und innovativen Produktionsprozesse“.

Die Themen „Klimaschutz“, „Kreislaufwirtschaft als Wachstumstreiber der Zukunft“ und „Deutsch-Russischer Energie- und Rohstoffdialog“ wurden in den verschiedenen Plenartagungen intensive besprochen. Prof. Dr. Klaus Töpfer, deutscher Schirmherr des DRRF, erklärte in diesem Zusammenhang: „Beide Länder stehen vor enormen Herausforderungen. Die Zusagen aus dem Pariser Klimaabkommen, neue Technologien und die Digitalisierung werden unsere Energie- und Rohstoffpolitik nachhaltig verändern. Russland hat das Potenzial auch in Zukunft der wichtigste Rohstoffpartner Deutschlands zu bleiben. Im Interesse beider Länder wollen wir deshalb den Gesprächsfaden zwischen Fachleuten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik nicht abreißen lassen.“

Die Paneldiskussionen

Die Themen der Plenartagungen wurden durch gezielte Fachdiskussionen weiter vertieft. In parallelen Panels tauschten sich zahlreiche Experten zu den Themen „Rohstoffe als Motor der Innovation“ und „Deutschlands Klimaziele: Chancen und Risiken für russisches Erdgas?“ aus. Unter der Moderation von Prof. Dr. Friedbert Pflüger, Direktor des European Centre for Energy and Resource am King’s College London, unterstrichen die Diskutanten die zentrale Rolle, die Erdgas bei der Erreichung der selbstgesetzten deutschen Klimaziele bis 2020 spielen kann, auch im Hinblick auf das Klimaabkommen von Paris.

Der direkte Austausch zwischen Unternehmern der Rohstoffbranche beider Länder stand in einem Deutsch-Russischen Unternehmer-Roundtable im Mittelpunkt. Um einen möglichst effektiven Austausch zu ermöglichen, fand der Roundtable in Form von drei parallelen moderierten Kleingruppendiskussionen zu den Themen Bergbau, Kreislaufwirtschaft und Sicherheit / Umwelt statt.

Das Panel „Rohstoffe als Motor der Innovation“, moderiert von Dr. Harald Cremer, fokussierte sich auf die Fragestellung, welche Wechselwirkungen Rohstoffe und Innovationen haben. Es wurden Abhängigkeiten zwischen Zukunftstechnologien und Rohstoffen aufgezeigt, aber auch wie diese durch Recycling oder innovative Prozesse umgangen werden können. Auch die Potenziale einer deutsch/russischen Kooperation im Bereich Rohstoffe/Zukunftstechnologien wurden diskutiert.

Der dritte Konferenztag fand in Form eines „Wissenschaftstags“ statt. Ein eigenes Panel war dem Thema Stand und Perspektiven der deutsch-russischen Hochschulkooperation gewidmet. Angesichts der technologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen bietet die internationale Zusammenarbeit von Hochschulen im Bereich der Rohstoffforschung und der Qualifizierung von Fachkräften für den Rohstoffsektor enormes Potential. Innerhalb des Panels wurden Möglichkeiten und Potentiale einer solchen Zusammenarbeit aufgezeigt und anhand von Beispielen veranschaulicht. Ein Ausblick auf mögliche Entwicklungen sollte Anregungen für den Ausbau der Zusammenarbeit im Bereich von Forschung und Lehre liefern.

Im Panel „Beseitigung von Bergbaufolgen – Herausforderungen in Russland, Erfahrungen in Deutschland“ beleuchteten Experten aus beiden Ländern die möglichen Folgen der Beendigung einer aktiven Rohstoffgewinnung. Vertreter aus der Wissenschaft, von Aufsichtsbehörden, von Betreibern und von Verbänden diskutierten die technischen Aspekte und die sich daraus ergebenden strukturellen und ökonomischen Herausforderungen. Im Block „Technik“ wurden die technischen Aspekte und Erforderlichkeiten diskutiert, im Block „Strukturwandel“ dagegen die strukturellen Herausforderungen sowie daraus erwachsende Chancen und Potentiale.

Abgerundet wurde die Rohstoff-Konferenz durch ein Kulturprogramm in Düsseldorf.

Veranstaltungsdokumentation

Im Folgendem finden Sie die Veranstaltungsdokumentation zur 9. Deutsch-Russischen Rohstoffkonferenz inklusive umfangreichem Bildmaterial, Zitaten und Redebeiträgen.

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